Seniorensport - AGIL

Aktiv und Gesund in der 2. Lebenshälfte

Die Lebenserwartung der Menschen in Deutschland ist in den letzten Jahrzehnten ständig gestiegen. Aktuell beträgt die Lebenserwartung 82 Jahre bei den Frauen und 77 Jahre bei den Männern. Es kommt jedoch nicht darauf an, wie alt wir werden, sondern wie wir alt werden. Altern soll nämlich nicht Pflegebedürftigkeit bedeuten, sondern Lebensqualität durch Mobilität und selbstbestimmtes Leben.

Die Steigerung der individuellen Lebensqualität im Alter ist nur durch rechtzeitige Präventionsmaßnahmen zu erzielen. Zu diesen gehören
- richtige Ernährung
- richtige körperliche Bewegung, körperliches Training
- geistiges Training
- Hygiene
- Stressbewältigung
- Vorsorgeuntersuchungen

Durch körperliche Aktivität können also Erkrankungen vermieden und der Gesundheitszustand nachhaltig verbessert werden. Sport und Bewegung können dazu beitragen, das höhere Lebensalter gesund, fit und mit Lebensfreude zu gestalten. Auch die Gesellschaft profitiert von sportlich aktiven Menschen. Die Kosten in den Gesundheits- und Pflegesystemen können merklich
gesenkt werden.

Sportvereine haben sich bislang als gute Partner der Generation 50+ erwiesen. Dennoch ist es zukünftig wichtig, weitere differenzierte Angebote gemeinsam mit den Vereinen zu entwickeln, um die älter werdenden Menschen zu erreichen. Ziel muss es sein, möglichst viele Menschen für Sport und Bewegung zu gewinnen. Im Sportverein finden Ältere nicht nur ein attraktives Sport- und Bewegungsangebot vor, der Verein bietet wesentlich mehr. Hier trifft man Gleichgesinnte und kann neue Kontakte knüpfen. Die Sportvereine sind soziale Begegnungsstätten, die eine Vereinsamung im Alter verhindern. Ruheständlerinnen und Ruheständler suchen sich häufig nach Ihrer beruflichen Karriere neue Tätigkeitsfelder. Gerade in diesem Punkt bietet sich für die Sportvereine eine große Chance. Interessierte Menschen im Ruhestand können ihre Kenntnisse und ihr Wissen in die Vereinsarbeit einbringen oder sogar als ehrenamtliche Vorstandsmitglieder tätig werden. Außerdem können sie sich zu Übungsleitern ausbilden lassen und sich in dieser Rolle ganz neu erleben. Der Sportverein bietet so die Basis für einen aktiven Ruhestand. Ein System, von dem beide Seiten profitieren.

Der demographische Wandel in der Bundesrepublik Deutschland und in Niedersachsen zeigt: Es gibt immer weniger Kinder und Jugendliche, die Lebenserwartung nimmt ständig zu. Demzufolge steigt der Anteil der älteren Menschen an der Gesamtbevölkerung. Momentan sind die ca. 50-jährigen die stärkste Altersgruppe. In zehn Jahren werden es dann die 60-Jährigen und in zwanzig Jahren die 70-Jährigen sein. Die Quoten der Sporttreibenden im höheren Alter sind zurzeit noch deutlich geringer als bei den Jüngeren. Wenn dies so bleibt, werden die Mitgliederzahlen der Vereine stetig rückläufig sein. Um diesen Abwärtstrend kurzfristig zu stoppen, haben die Sportvereine eine Chance: Sie müssen den Menschen, die zur Generation 50+ gehören, attraktive Sport- und Bewegungsangebote anbieten und sie motivieren, dauerhaft im Verein Sport zu treiben.

Der Begriff AGIL -Aktiv und gesund in der 2. Lebenshälfte- muss genauer definiert werden. Mit der 2. Lebenshälfte ist hier noch der gesamte Lebensabschnitt 50+ gemeint. Bedingt durch die höhere Lebenserwartung und den besseren Gesundheitszustand entstehen heute und zukünftig neue Lebensabschnitte. Das mittlere Erwachsenenalter beginnt um die 50 und endet mit dem Ende der Erwerbsarbeit mit ca. 65 Jahren. Es ist geprägt von einer Neuorientierung – häufig veranlasst durch den Auszug der Kinder. Die wirtschaftliche Situation ermöglicht die Erfüllung von Träumen. Die Personengruppe der Älteren umfasst die 65- bis 80-Jährigen. Sie ist geprägt von mehr Freizeit und oft von geringerem Einkommen. Die Mitglieder dieser Personengruppe können noch sehr aktiv und leistungsfähig sein.
Der Lebensabschnitt der Hochaltrigen beginnt ab 80 Jahre. Dieser ist geprägt von Leistungseinbußen und oft leider auch von Krankheiten. Durch das AGIL-Programm wird eine Lebensphase von ca. 30 Jahren abgedeckt wird. Eine Differenzierung ist also dringend erforderlich. Erst die ca. 70-Jährigen bezeichnen sich selbst als Senioren. Der Begriff Seniorensport ist daher nicht für den gesamten AGIL-Bereich anwendbar.

Initiativen und Maßnahmen der Vereine:

- Etablierung attraktiver Bewegungsangebote
- Aus- und Weiterbildung von Übungsleiterinnen und Übungsleitern
- Neue Bewegungsräume erschließen
- Gewinnung von Senioren-Experten
- Freizeitagentur Sportverein


Initiativen und Maßnahmen des KreisSportBund bzw. des LSB:

- Unterstützung der Vereine bei der Umsetzung der oben genannten Maßnahmen
- Impulsgabe durch AGIL-Maßnahmen wie z.B. einen AGIL-Sporttag
- Werbekampagne für mehr Lebensqualität durch Bewegung und Sport
- Bewusstsein schaffen in Sport, Politik und Bevölkerung
- Netzwerke schaffen und nutzen
- Staatliche Förderprogramme zur Etablierung von Sportangeboten müssen vom LSB Niedersachsen gefordert werden